Pseudo-Experten

19. April 2009 by informblog

Ein gewisser Herr Uhl schreibt auf abgeordnetenwatch:

Die ganze pseudo-bürgerrechtsengagierte Hysterie von Pseudo-Computerexperten, man müsse um jeden Preis ein “unzensiertes Internet” verteidigen etc. – vgl. www.ccc.de -, fällt für mich in die Kategorie: juristisch ohne Sinn und Verstand und moralisch verkommen.

Man lege sich die Pressemitteilung “GI fordert ernsthafte Verfolgung von Kinderpornografie” der Gesellschaft für Informatik e.V. daneben:

Die GI ist der Überzeugung, dass solche Sperrungen von WWW-Adressen nicht nur wenig hilfreich, sondern überwiegend schädlich sind. Vielmehr sollten alle auf diese Internetseiten zugreifenden Straftäter unverzüglich verfolgt werden.

Die Sperrung von Webseiten ist keine sinnvolle Maßnahme der Strafverfolgung. Es reicht keinesfalls aus, den Zugriff auf pädophile Inhalte im Internet zu erschweren. Vielmehr muss von vornherein verhindert werden, dass solche Inhalte überhaupt erstellt und dann auch noch veröffentlicht oder weitergegeben werden. Sperrungen bewirken nicht, dass diejenigen, die Verbrechen an Kindern begehen, gefasst und verurteilt werden. Dies können nur Polizei und Staatsanwaltschaften erreichen.

Ich unterstelle der Gesellschaft für Informatik größeren Sachverstand als Herrn Uhl (dem CCC übrigens auch, obwohl ich kein Fan desselben bin). Überhaupt kenne ich viele Diplom-Informatiker (und auch diverse Juristen), die der Sperrmaßnahme skeptisch gegenüberstehen; es scheint sogar eine deutliche Mehrheit zu sein, wohingegen von der Laien-Fraktion weniger Kritik kommt.

Wer sind nochmal die Pseudo-Experten?

Internetsperren

24. Februar 2009 by informblog

Mal wieder versuchen sich Politiker in Informatik. Unsere Familienministerin erweist sich als beratungsresistent. Dabei ist für Fachkundige offensichtlich, dass die Sperren entweder nicht wirksam sind (z.B. auf DNS-Ebene) oder aber unbezahlbar teuer und sehr invasiv (wenn man tatsächlich in die IP-Pakete hineinschaut), aber trotzdem umgangen werden können.

Lange Sendepause

24. Februar 2009 by informblog

Es gab hier eine lange Sendepause – meine Dissertation hat mich in Atem gehalten. Ich hoffe, dass ich wieder etwas häufiger dazu komme, hier etwas zu schreiben….

Gewissenlose Politik

9. März 2008 by informblog

“Aus meiner Sicht ist das aber keine Gewissensentscheidung, sondern eine politische Entscheidung” sagt Frau Ypsilanti über die Kooperation mit der Linkspartei.

Darf man daraus folgern, dass Gewissen und Politik einander ausschließen? Dass Politik gewissenlos sein muss?

Chefs…

28. Februar 2008 by informblog

…wissen leider auch oft nicht, was sie wollen. Berücksichtigt man einen Vorschlag bei der Korrektur eines Papiers, kann man sicher sein, dass in der nächsten Version ein Fragezeichen neben genau dieser Stelle steht. Ebenfalls beliebt: Sich über nicht erklärte Sachverhalte und Begriffe beschweren, die einen Satz später diskutiert werden…

Na ja, einfache Gegenmaßnahme: Nicht korrekturlesen lassen ;-)

Für dumm verkaufen -3-

7. Februar 2008 by informblog

Der Student war bei mir, hat alles gestanden und auf Sprachprobleme geschoben. Dämliche Situation – die Sprachprobleme sind zweifelsohne da, und vielleicht gilt in seinem Kulturkreis ein Plagiat auch nicht als etwas Schlimmes. Meine Kollegen meinten, ich solle ihm noch eine Chance geben. Das habe ich getan, aber ich bereue es schon. Eigentlich ist sowas verdammt unfair den ehrlichen Studenten gegenüber. Ach Mist, warum können nicht alle Studenten so gut sein wie meine “Lieblinge”…

Für dumm verkaufen -2-

6. Februar 2008 by informblog

Was ja eigentlich ärgerlich ist, wenn Studente ein Plagiat abliefert: Es kostet Zeit. Ich muss so eine Arbeit ja auch erst einmal lesen, obwohl der Inhalt nicht einmal in dem Seminar entstanden ist, für das er abgegeben wurde. Die Zeit würde ich viel lieber für sinnvolle Tätigkeiten verwenden :-(

Ich habe jedenfalls nun eine Mail an alle Studenten geschrieben, die ich in diesem Seminar betreue, und sehr deutlich auf die Regeln hingewiesen. Vielleicht gesteht ja der Übeltäter nun freiwillig, dann bekommt er nochmal eine Chance. Schade ist das nur für die anderen Studenten, denen ich auf diesem Weg indirekt unterstelle, sie würden abschreiben.

Für dumm verkaufen

5. Februar 2008 by informblog

Ich hasse es, wenn Studenten versuchen, mich für dumm zu verkaufen. Heute kam ein Student mit seiner Ausarbeitung zu mir: Gefordert war ein Text von 6 Seiten. Ein Student, dem ich das auf Anhieb nicht zugetraut hätte, kommt mit 8 Seiten an. Ich werfe einen kurzen Blick darauf – sieht gar nicht schlecht aus, also ein Lob an den Studenten, dazu den Kommentar, dass ich mir den Text in Ruhe durchlese, er sich aber darauf einstellen muss, 2 Seiten zu kürzen.

Mittlerweile habe ich den Text gelesen. Als der gleiche Begriff zweimal definiert wurde, aber dann ein Synonym verwendet wurde, begann ich misstrauisch zu werden. Hinzu kamen Stilbrüche, Formulierungen, die irgendwie nicht in eine Seminararbeit passten… Ergebnis einer kurzen Google-Suche: Der Student hat höchstens einen Absatz selbst geschrieben. Traurig. Was mache ich jetzt?

Langsamtipper

3. Februar 2008 by informblog

Gerade mal 62 Wörter pro Minute beim Schnelltippen geschafft. Wenn auch fehlerfrei.

Zugschlus schafft fast doppelt so viel. Ich sollte doch mal einen Kurs im Maschinenschreiben machen :-(

Das Grundgesetz

1. Februar 2008 by informblog

Wie sich das Grundgesetz wohl in den Träumen mancher Politiker in Zukunft lesen wird?

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(1a) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer terroristische Handlungen gegen die Bundesrepublik Deutschland oder einen anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder der NATO ausführt, dies beabsichtigt, oder gegen den ein begründeter Verdacht besteht, dies zu beabsichtigen.
(1b) Personen nach Absatz 1a sind solche gleichgestellt, die an terroristischen Handlungen beteiligt sind. Dies gilt auch dann, wenn diese Beteiligung gegen ihren Willen oder ohne ihr Wissen zustande kommt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu in der Regel unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Auf Beschluss der Bundesregierung kann die vollziehende Gewalt zur Abwehr terroristischer Angriffe, zur Bekämpfung von Vorbereitungshandlungen solcher Angriffe sowie zur Eindämmung krimineller Handlungen von dieser Bindungswirkung befreit werden.

Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt, verdächtige Handlungen ausführt oder Telekommunikationseinrichtungen benutzt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden. Hiervon ausgenommen sind Personen nach Artikel 1 Abs. 1a, 1b.